The connection was lost. Trying to connect again.

Post by Awet Tesfaiesus, MdB

Earlier in the thread

Awet Tesfaiesus, MdB @AwetTesfaiesus@mastodon.social

Da ich mich ja schon den ganzen Morgen unbeliebt mache, kann ich auch noch einen draufsetzen:

1.
Gesellschaften sind nach meinem Erleben entweder konservativ oder (selten und dann auch nur für sehr kurze Zeit) revolutionär; selten hingegen progressiv.

Die Möglichkeitsräume für progressive Politik sind immer eng und klein und Handlungsfenster sind typischerweise nur kurze Zeit geöffnet.

Aus diesem Grund halte ich Sektiererein im progressiven Lager auch für besonders schwierig.

· Public · edited

Awet Tesfaiesus, MdB @AwetTesfaiesus@mastodon.social

Dort fehlen Stimmen schmerzlich.

2.
Dabei verkenne ich mE die Gründung der Grünen und später der Bündnisgrünen *nicht*.

Zum einen war diese (schaut euch die Biografien der ersten Generation an!) eine Notwehr-Gründung. Zum anderen war die
Gründung der Grünen, ein Schisma des bürgerlichen Lagers ebenso wie des linken Lagers (das wird häufig, mE falsch einsortiert). Die Gründung der Grünen war kein Egotrip, sondern (persönliche) Unvermeidbarkeit (eben: politische Notwehr)

· Public

Awet Tesfaiesus, MdB @AwetTesfaiesus@mastodon.social

Meine Betrachtung ist, dass es eine ähnliche Situation mit zeitlicher Verschiebung bei der Gründung der Piraten gab.

Dass es dort nicht funktioniert hat, hat mE mehrere Gründe; ich vermute, ein wesentlicher Grund war, dass das Milieu, das die Piraten glaubwürdig repräsentieren konnten, unterm Strich zu klein war. Ich betrachte die Gründung der Piraten außerhalb der Bündnisgrünen (wie ich schon mehrfach gesagt habe) als einen historisch-politischen Unglücksfall.

· Public

Replies

Gegenwind :antifa:🇺🇳🖖 @Gegenwind@chaos.social

@AwetTesfaiesus genau so ein wehklagen habe ich zu meiner Zeit als Pirat auch von der FDP gehört: „wann kommt ihr wieder in die liberale Familie zurück?“
Das Problem ist aber, dass du der damaligen Zeit niemand für unsere Themen empfänglich war. Auch nicht bei den Grünen. Dann, als die Piraten groß wurden, hat man sich diesen Themen endlich zugewandt.
Dann war eine Zeit Bürgerrechtspartei. Nur um dann aber in Regierungsverantwortung wie in Hessen Palantir doch einzuführen.

· Public

The gallant knight @burningTyger@nrw.social

@AwetTesfaiesus spannende These. Ich verorte die Grünen mittlerweile auch als eher konservativ (sonst würden sie ja auch nicht in entsprechendem Umfang gewählt werden). Progressivität kann man eigentlich nur schaffen, wenn man strenger nach wissenschaftlichen Erkenntnissen vor´geht, also mal den Lumann studiert und schaut, wie man Resonanz in anderen Systemen erzeugt. Ansonsten ist Fortschritt nur Zufall. Oder eben Pech, wie bei den Piraten, die das nicht geschafft haben.

· Public

padeluun ⁂ @padeluun@digitalcourage.social

@AwetTesfaiesus Da hätte ich eine Menge zu sagen. Nur soviel: Die Grünen waren trotz ein paar Leuchtgestirnen (wie Malte Spitz) eine fürchterliche Enttäuschung für die Netz- und Bürgerrechtsbewegung rund um 2008. Sie hätten einen bedeutenden Unterschied machen können.

· Unlisted