🦇Elektrosmog und Fledermäuse
Viele Zugtiere orientieren sich am Erdmagnetfeld. Dazu gehören nicht nur Zugvögel, sondern auch Mückenfledermäuse.
Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass sie ihren Magnetkompass am Sonnenuntergang neu ausrichten. Die Position der untergehenden Sonne dient ihnen dabei als Referenz, um sich später während ihres nächtlichen Zuges am Erdmagnetfeld orientieren zu können.
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Oldenburg untersuchte nun, wie sich schwache elektromagnetische Störfelder auf diese Orientierung auswirken.
Solche Störfelder entstehen unter anderem durch Radioantennen, Stromleitungen oder elektrische Geräte und überlagern das natürliche elektromagnetische Umfeld.
Für die Studie setzten sie einige Mückenfledermäuse während ihrer Herbstwanderung in Lettland für kurze Zeit einem schwachen elektromagnetischen Rauschen aus. Anschließend bestimmten die Forschenden anhand der Abflugrichtung, ob die Tiere ihren eigentlichen Kurs noch zuverlässig einschlagen konnten.
Tatsächlich flogen Fledermäuse ohne Störfelder bevorzugt in ihre typische Zugrichtung. Tiere, die elektromagnetischem Rauschen ausgesetzt wurden, wählten ihre Flugrichtung dagegen zufällig.
Dabei spielte der Zeitpunkt des Rauschens (wir erinnern uns an den Sonnenuntergang) keine Rolle.
Die Beeinträchtigung hielt über mehrere Stunden an, obwohl die Fledermäuse dem Störfeld nur kurz ausgesetzt gewesen waren.
Quelle:
Lindecke et al., 2026, Science
doi: 10.1126/science.adq4418
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