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Post by AnySci - Wissenschaft für Jedermann

Gründächer gegen Starkregen

Mit dem Klimawandel nehmen in Deutschland die Voraussetzungen für intensive Starkregenereignisse zu. Gerade in dicht bebauten Städten können große Regenmengen innerhalb kurzer Zeit die Kanalisation überlasten und zu Überschwemmungen führen.

Deshalb werden unterschiedliche Möglichkeiten untersucht, Regenwasser zurückzuhalten und den Abfluss zu verzögern. Eine davon sind begrünte Dächer.

Wie wirksam sie bei Starkregen tatsächlich sind, hat das sächsische Forschungsprojekt MaNuGrün untersucht. Dafür errichteten die Leipziger Wasserwerke gemeinsam mit mehreren Forschungseinrichtungen eine Versuchsanlage mit zehn unterschiedlichen Dachaufbauten (acht begrünte Dächer, ein Kiesdach und ein konventionelles Dach).

Insgesamt führten sie 222 Beregnungsversuche durch. Dabei simulierten sie Starkregen unterschiedlicher Stärke und berücksichtigten auch, wie viel Wasser die Dächer bereits vor Beginn eines Versuchs aufgenommen hatten.

Die Ergebnisse zeigen, dass alle untersuchten Gründächer die Abflussspitzen gegenüber den unbegrünten Vergleichsdächern deutlich reduzierten.

Besonders wirksam war ein intensiv begrüntes Dach mit gedrosseltem Wasserabfluss. In einem der untersuchten Szenarien verringerte es den maximalen Abfluss um rund 90 Prozent und verzögerte den Zeitpunkt des höchsten Abflusses um etwa 20 Minuten.

Dass die Dicke der Substratschicht und der Aufbau der Drainage den Wasserabfluss beeinflussen, ist jetzt nicht wirklich überraschend.

Die Forschenden konnten nun aber genauer un Zahlen fassen, wie stark unterschiedliche Dachsysteme den Abfluss bei verschiedenen Regenintensitäten und Ausgangsbedingungen genau beeinflussen.

Solche konkreten Zahlen sind natürlich für die Stadtplanung von großer Bedeutung. Bisherige Berechnungsmodelle bilden das Abflussverhalten von Gründächern nämlich nicht so differenziert ab.

Auf Grundlage der neuen Messdaten wurde deshalb ein verbesserter Modellansatz entwickelt, mit dem sich ihre Wirkung auf die Kanalisation genauer berechnen lässt.

Auf der Basis dieser Daten kann nun die Anlage von Gründächern gezielter in die Regenwasserbewirtschaftung von Städten einbezogen werden.

Ja, das wirkt alles manchmal ziemlich schleppend, aber immerhin läuft es.

Quelle:
Abschlussbericht zum DBU-Projekt MaNuGrün
doi.org/10.5281/zenodo.21454393

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