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Post by Wibke Ladwig

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Wibke Ladwig @sinnundverstand@fnordon.de

So weit genesen, dass ich wenigstens heute Vormittag in den Buchladen kann. Die innere Gouvernante setzt das auch voraus, damit ich morgen ohne schlechtes Gewissen in den Garten fahren kann. Mein inneres Team ist ein inneres Dorf. Soziale Kontrolle wird großgeschrieben.

Wohlan.

#bloomscrolling #kamille

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Silke Jäger @silkjag@reporter.social

@sinnundverstand Hat die innere Küchenfee schon eine leckere Unterstützungsbrühe geplant oder einen seelenwärmenden Tee vorbereitet? Damit sich der Garten noch mehr auf deinen Besuch freuen kann, vllt sogar mit selbst gefundener Krautzugabe? (Ich spiele mal soziale Kontrolle aus dem digitalen Dorf durch … 🫣)

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Wibke Ladwig @sinnundverstand@fnordon.de

@silkjag Ich muss selbst darüber lachen. Zumal im digitalen Dorf ständig jemand rüberruft, ob ich mich denn auch warm genug angezogen habe. Dieser Jemand klingt verdächtig nach meiner Frau Mutter.

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Silke Jäger @silkjag@reporter.social

@sinnundverstand Haha. 😝 Das passt zu meiner Theorie über den heimlichen Grund für den Erfolg der Digitalisierung aller Lebensbereiche, a la “Trink-App” und “Schlaf-Tracker”. Man kann sich wieder wie früher fühlen, als sich Mama noch kümmerte.

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Wibke Ladwig @sinnundverstand@fnordon.de

@silkjag Was auch erklärt, warum ich für meinen Teil diese Apps ganz schrecklich finde. 😆 Ich erinnere mich so gut daran, als ich mit 19 von zuhause ausgezogen bin und zum ersten Mal in Ruhe krank sein konnte, ohne dass ständig jemand reinkam, um mir irgendwas aufzudrängen oder besser als ich zu wissen, wie es mir geht.

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Replies

Silke Jäger @silkjag@reporter.social

@sinnundverstand Ich habe auch eine sehr sensible Antenne für Übergriffigkeit. Es löst schlimme Gefühle in mir aus. Ich denke auch, das hat sehr viel mit dem Verhalten meiner Eltern zu tun. Dabei war eigentlich alles ganz harmlos.

Wie oft ich schon eine andere Kindheit wollte … Es bleibt eine Aufgabe, die Knoten aufzudröseln, die damals entstanden sind und sich heute immer mal wieder sehr fest ziehen.

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Silke Jäger @silkjag@reporter.social

@sinnundverstand Feel you 🤗

Ich bin dann als Mama auch ein bisschen so geworden (zu meinem eigenen Entsetzen). Aber meine Kids sind zum Glück sehr gut darin, mir zu zeigen was sie wollen und vor allem was nicht.

Es ist wirklich lustig, wie sehr das in uns drin steckt: Die Idee, andere brauchen unsere Lösungsvorschläge…

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Wibke Ladwig @sinnundverstand@fnordon.de

@silkjag Wirklich ein interessanter Punkt. Mütterliche Sorge ist grundsätzlich auch ein Feature und kein Bug. Ich weiß bei mir nur, wie sehr meiner Mutter es gefiel, besser zu wissen als ich, wie es mir geht und was ich zu brauchen habe. Die Folgen beschäftigen mich bis heute. Dass sie zeitgleich mit meiner Diabetes-Diagnose gestorben ist, hat es für mich zumindest in dieser Hinsicht leichter gemacht.

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Silke Jäger @silkjag@reporter.social

@sinnundverstand 💚

Als ich lernen sollte, mich zu fragen, für wen ich gerade das mache, was ich gerade tue: für die Kids oder für mich selbst? fiel der Groschen. Vieles von dem man annimmt, man tue es für den anderen, braucht man eigentlich gerade selbst.

Es ist sehr schwer, das auseinander zu halten. Weil es auch bedeutet: Ich muss mich jetzt um mich selbst kümmern, dafür vllt andere um etwas bitten. Hilfe! Wie geht das? Und was sagt das über mich? Sehr unangenehm zT …

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Wibke Ladwig @sinnundverstand@fnordon.de

@silkjag Unangenehm. Und so wahnsinnig hilfreich. Wenn wir uns nur alle in dieser Frage klarer wären. Nicht nur im familiären Kontext. Und eine Bitte um Hilfe nicht als Schwäche ausgelegt würde.

Wenn man das einmal verinnerlicht hat, also, dass eine Bitte um Hilfe als Schwäche gedeutet wird und auf einem Schuldkonto notiert wird, das niemals ausgeglichen werden kann, ist es schwer, das wieder loszuwerden. Aber das zu erkennen, war für mich ein wichtiger Schritt.

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Wibke Ladwig @sinnundverstand@fnordon.de

@silkjag Ich halte das auch für einen ganz wertvollen Schritt: zu erkennen, was war. Zu verstehen, warum das so war. Und zugleich anzuerkennen, dass unsere Eltern ihr Bestes gegeben haben. Und ihnen zu verzeihen, dass dieses Beste vielleicht nicht nur Gutes verursacht hat. Am Ende waren (oder sind) sie auch nur Menschen, die Kinder ihrer Zeit und Umstände waren (sind).

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Silke Jäger @silkjag@reporter.social

@sinnundverstand Danke für diese Worte. Es tut gut, das mal so pointiert zu lesen. Oft wabert das als diffuser Gedankenstrom durch und lässt sich nicht ganz dingfest machen 🐞Es ist so wahr!

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