Was nehme ich digitalpolitisch mit aus drei Tagen Österreich:
Die Austria ID ist sehr verbreitet und für viele Verwaltungssachen nutzbar. Dadurch, dass es in Österreich ein zentrales Personenregister gibt und weniger kommunale IT war die Umsetzung auch deutlich einfacher.
Allerdings funktioniert sowohl Handy Austria ID als auch Gesundheitskarte nur mit dem Apple oder Google AppStore. Für Gesundheit gibt es noch die Karte zum Authentifizieren... [1/x]
Post by Sonja Lemke
Earlier in the thread
... Wobei die App auch alle Akten enthält wie Röntgenbilder, Befunde etc mit Widerspruchsmöglichkeiten für alles oder einzelne Bereich wie psychisches.
Die Austria ID kann man sich bisher auch in einer handyfreien Variante mit USB-Stick zum authentifizieren holen, durch die eIDAs-Verordnung auf europäischer Ebene geht das bald nicht mehr. Das heißt deren komplette digitale Identität ist dann von Apple und Google abhängig. Ich find das wirklich gruselig. [2/x]
Vor allem weil selbst bei dem Lobbyisten-Termin zum Schluss sich beschwert wurde, dass diese AppStores nicht vernünftig reguliert sind und man sich z.B. chinesische Trading-Apps runterladen kann, die für den deutschen Markt garnicht zugelassen sind. Aber wie will man auch nur eine Regulierung gegen diese Konzerne durchsetzen, wenn komplett digitale Authentifizierung von ihnen abhängig ist und komplette staatliche IT auf sie fußt? [3/x]
Wir waren auch beim Finanzamt und haben uns über "KI in der Finanzverwaltung" informiert, stellt sich raus, die haben einfach klassisches Machine Learning gebaut, um vor allem bei Unternehmenssteuern Unregelmäßigkeiten zu erkennen und die Prüfer*innen gezielt zu schicken. Da holen die richtig Geld mit. Machen sich auch erfreulich viel Gedanken über Bias, filtern Z.B. Name, Alter, Geschlecht bei Menschen raus und finden auch nur die Hälfte der Fälle mit, damit sich nichts zu sehr verstärkt. [4/x]
@sonjalemke Bezieht sich dieser Post auch auf die Erfahrungen aus Österreich? Viele Grüße!
@Wrdlbrnft ja, schreib nachher auch noch weiter.